Sonntag 5.9.2010, 21:19 Uhr
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Kaffee in der Schwangerschaft?

Klar: Alkohol und Nikotin sind während der Schwangerschaft und in der Stillzeit tabu. Aber muss die (werdende) Mutter auch auf ihre geliebte Tasse Kaffee verzichten? 

Kaffee, schwarzer und grüner Tee sowie Cola-Getränke, aber auch viele Erfrischungs- und Energy-Getränke wie beispielsweise Red Bull enthalten Koffein. Dieser Wirkstoff wird im Körper der Mutter verteilt und braucht fünf bis acht Stunden, um wieder abgebaut zu werden. Koffein durchdringt die Plazentaschranke, gelangt also in den Blutkreislauf des Kindes, wo es eine ähnlich hohe Konzentration erreicht wie bei der Mutter. Auch die Wirkungen sind vergleichbar: Erhöhung des Herzschlages und Überaktivierung des Nervensystems. Der Spiegel bleibt beim Baby sogar länger erhöht, da der kleine, empfindliche Organismus das Koffein langsamer abbaut, denn die Aktivität des dafür nötigen Enzyms in der Leber ist beim Ungeborenen noch sehr gering. 
Auch während der Stillzeit sollte auf koffeinhaltige Getränke weitgehend verzichtet werden. Sie gehen in die Muttermilch und somit auf das Neugeborene über. Die Folge: Es wird unruhig und aufgedreht. Wenn überhaupt, dann sollte der Kaffee immer direkt nach dem Stillen getrunken werden, so ist der Koffeingehalt im Körper der Mutter bis zum nächsten Anlegen deutlich gesunken.

Wissenschaftler vermuten zudem, dass eine exzessive Zufuhr von Koffein zu verzögertem Wachstum des Fötus, niedrigerem Geburtsgewicht und höherem Fehlgeburten-Risiko führen kann.
 
In Schwangerschaft und Stillzeit wird Müttern daher empfohlen, ihren Koffein-Konsum auf etwa 300 mg pro Tag zu beschränken, was ungefähr zwei bis drei Tassen Kaffee entspricht. Wichtig: Da Koffein Bestandteil vieler Kombinations-Schmerzmittel ist, sollte auch die hierdurch zugeführte Menge berücksichtigt werden.

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