Eltern möchten nach der Entbindung nur eines: ihr Neugeborenes bei sich haben, in Ruhe bestaunen, fühlen, hören und riechen. Und auch dem Kleinen ist es ein Urbedürnis, die Wärme der Mutter zu spüren, engen Hautkontakt zu ihr zu haben, sich in dieser Geborgenheit von den Anstrengungen der Geburt auszuruhen und dann das erste Mal an der mütterlichen Brust zu saugen.
Haben Eltern und Kind die Möglichkeit, die ersten Stunden auf diese Weise gemeinsam in Ruhe zu verbringen, so ist dies der ideale Beginn einer tiefen (Liebes)Beziehung zum Kind und prägt sein Urvertrauen in die Welt. Dieser an sich so logische Prozeß der Gefühlsbindung wurde erst in den letzten Jahren wissenschaftlich erkannt und wird „Bonding“ genannt.
Eltern, die keine Möglichkeit für diese erste intensive Bondingerfahrung hatten, holen dies mit viel Nähe zu ihrem Kind nach. Denn Liebe, Geborgenheit und Nähe sind die Dinge, die ein Kind in den ersten Lebensjahren braucht. Gerade das Füttern, Wickeln und Pflegen bietet immer wieder Gelegenheit, Ihrem Kind diese Zuwendung zu geben.