Sonntag 5.9.2010, 21:43 Uhr
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Akupunktur in der Schwangerschaft

Kleiner Einstich für das große Ereignis

Was in China bereits seit etwa 2000 Jahren angewendet wird, etabliert sich auch in Deutschland mehr und mehr: Die Rede ist von kleinen, feinen Nadelstichen, die unter die Haut gehen – der „Kunst“ der Akupunktur. In unseren westlichen Sphären wurde die „bestechende Wirkung“ von Akupunktur lange Zeit mit Skepsis betrachtet, doch immer häufiger setzen vor allem Heilpraktiker, mittlerweile aber auch Schulmediziner die kleinen Nadeln zur Linderung von Beschwerden und Heilung von Krankheiten ein.

Die Anwendungsgebiete sind vielfältig

Kopfschmerzen, Migräne, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Magendarmbeschwerden, Hauterkrankungen, Asthma oder Allergien.  Die Nadeln aus Silber, Gold oder rostfreiem Edelstahl werden einige Millimeter in die Haut eingesetzt und stimulieren dadurch Nervenreize, die die Weiterleitung von Schmerzsignalen an das Rückenmark und von dort weiter an das Gehirn blockieren.

Diese „Überlistung“ des Schmerzes hat sich auch im gynäkologischen Bereich bewährt.

Ob morgendliche Übelkeit, Rückenbeschwerden, Müdigkeit oder Kopfschmerzen – während der Schwangerschaft bietet Akupunktur eine optimale Alternative zu herkömmlichen Medikamenten. Richtig angewendet, hat sie keine Nebenwirkungen und belastet so weder den eigenen Organismus, noch birgt sie Risiken für das Ungeborene.

Zur Geburtsvorbereitung wird Akupunktur etwa ab der 36. Schwangerschaftswoche eingesetzt.

Etwa ein bis zwei Mal pro Woche sollten sich werdende Mütter die „sanfte Medizin“ gönnen. Denn laut einer Studie der Mannheimer Universitätsfrauenklinik konnte dargelegt werden, dass sich die Geburt durchschnittlich von zehn auf acht Stunden verkürzt, wenn die Schwangere in den letzten vier Wochen vor dem freudigen Ereignis vier bis acht Mal akupunktiert wurde. Das bedeutet, dass sich die Dauer der Geburt um 20 Prozent reduziert hat.

Immer mehr Frauenkliniken, Hebammen und Gynäkologen wenden daher die chinesische Heilmethode an, um Frauen das einmalige Erlebnis der Geburt zu erleichtern. Nicht nur in der Vorbereitung, auch während der Entbindung hat sich Akupunktur zur Linderung des Geburtsschmerzes durchgesetzt. Bei kompetenter Anwendung und ausreichender Stimulation durch die Akupunkturnadeln kann der Geburts- und Wehenschmerz zu einem großen Teil gelindert und die Geburt durch die psychische und körperliche Entspannung der Mutter deutlich erleichtert und verkürzt werden.

So hilft ein kleiner Einstich, das große Ereignis gelassener, bewusster und ohne Angst zu erleben.


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